Conny Falken

Gerechte Bildungschancen!

Aus der viel zitierten PISA-Studie geht unter anderem auch hervor, dass in Sachsen die Chancen für einen guten Schulabschluss besonders stark von den sozialen Verhältnissen der Eltern abhängen.

Wer „arm“ ist bleibt dumm?
Kinder aus Familien mit gutem oder hohem Einkommen haben deutlich bessere Chancen, eine gute Ausbildung (und später ein gutes Einkommen) zu erreichen. Und umgekehrt: Kinder in einkommensschwachen Familien haben schlechtere Chancen.

Aber hängen Schulergebnisse nicht in erster Linie von natürlichen Voraussetzungen, dem Fleiß der Kinder, ihrer Kreativität und ihrem Willen (und manchmal auch von glücklichen Umständen) ab? Sicher.

Welche Rolle spielt dann die soziale Situation der Eltern?
Eltern prägen ihre Kinder im sozialen Umgang, kulturell, sportlich, durch ihr Vorbild bezüglich Ordnung und Fleiß, usw. bis hin zu Fernseh-, Ess- und Lesegewohnheiten. Eltern schaffen das Zuhause, statten das Kinderzimmer aus und geben ein Taschengeld, damit die Kinder auch den Umgang mit Geld erlernen. Das ist gut so und wird immer so sein.

Doch können „arme“ Eltern
- ein Kinderzimmer vollständig (auch als „Arbeitszimmer“ der Kinder) ausstatten?
- Bücher kaufen und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen besuchen?
- den Unterricht in einer Musikschule oder vorübergehend Nachhilfe bezahlen?
- einen Computer mit Internet-Anschluss bereitstellen?
- mit ihren Kindern in den Urlaub fahren, Museen besuchen, Sportgeräte kaufen?
- falls erforderlich, die kieferorthopädische Behandlung ihres Kindes finanzieren?

Unterschiede gab es immer und wird es immer geben. Und schon immer haben solche Unterschiede auch die Möglichkeiten der Kinder, ihre Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln und auszuschöpfen, beeinflusst. Eine soziale Politik kann dafür sorgen, dass der Abstand zwischen "arm" und "reich" oder zumindest die Auswirkungen davon in bestimmten Bereichen begrenzt bleiben.

Eine verhängnisvolle Entwicklung...
Doch die Unterschiede sind in den letzten 14 Jahren größer geworden. Und gleichzeitig hat die Schule in Sachsen die Fähigkeit verloren, dies durch das Schulsystem an sich oder durch besondere Angebote wenigstens teilweise auszugleichen. Das ist ungerecht gegenüber den benachteiligten Kindern und verheerend für die gesellschaftliche Entwicklung, weil die sozialen Unterschiede wie bei einer Kettenreaktion vertieft und verfestigt werden.

Die Chance zur Bildung darf nicht von der sozialen Situation abhängen.

Das Schulsystem in Sachsen muss auch unter diesem Aspekt neu gestaltet werden. Soziale Unterschiede dürfen nicht zwangsläufig den Bildungsweg so massiv beeinflussen, wie es gegenwärtig der Fall ist und wie es die PISA-Studie zeigt. Die Rahmenbedingungen an den Schulen müssen so verbessert werden, dass die individuelle Förderung jedes Schülers möglich wird. Dafür trete ich ein.

 

Eine andere Politik ist möglich!

eMail an Cornelia Falken: conny-falken@web.de

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